Thorax-Röntgen: Umfassender Leitfaden zur Brustkorbuntersuchung, Bildgebung und Befundinterpretation

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Das Thorax‑Röntgen, auch bekannt als Lungenröntgen oder Brustkorbaufnahme, gehört zu den häufigsten bildgebenden Verfahren in der medizinischen Diagnostik. Es liefert rasche, belastbare Informationen über Lungen, Herz, Zwerchfell und umgebende Strukturen. In vielen Fällen ist das Thorax-Röntgen der erste Schritt bei akuten Beschwerden wie Atemnot, Husten oder Brustschmerzen. Gleichzeitig dient es der Verlaufskontrolle chronischer Erkrankungen und der präoperative Risikobewertung. Dieser Leitfaden erklärt, wie das Thorax-Röntgen funktioniert, welche Indikationen bestehen, welche Projections typisch sind, wie der Befund interpretiert wird und welche Grenzen dieses Verfah­ren hat. Er richtet sich sowohl an medizinische Laien als auch an Fachpublikum mit Fokus auf eine verständliche, dennoch fachlich präzise Darstellung.

Was bedeutet das Thorax‑Röntgen? Grundlagen der Brustkorb‑Bildgebung

Das Thorax‑Röntgen ist eine ionisierende Bildgebungsmethode, die zur Erstellung zweidimensionaler Projektionen des Brustkorbs dient. Durch die Absorption von Röntgenstrahlen durch Gewebe unterschiedlicher Dichte entstehen Kontrastunterschiede auf dem Bild. Luftbereiche erscheinen dunkel, dichte Gewebe (wie Knochen oder festes Brustgewebe) zeigen sich heller. Das Verfahren ist schmerzlos, schnell durchführbar und verlangt normalerweise eine kurze Ruhepause des Patienten während der Aufnahme.

Grundprinzipien der Röntgentechnik

Bei der Röntgentechnik wird der Brustkorb in mehreren Ebenen abgebildet, um drei Dimensionen auf zwei Bildebenen abzubilden. Die wichtigsten Projektionen sind die sogenannte PA‑ oder AP‑Aufnahme (Posterior-Anterior oder Anterior-Posterior) sowie die seitliche Projektion. Die PA‑Aufnahme bietet üblicherweise die verlässlichste Beurteilung der Herzgröße und der Lungenfelder, während die seitliche Aufnahme zusätzliche Informationen zu hinteren Strukturen, z. B. hinter dem Herzspitz oder in den Costophrenalgrenzen, liefert. In der Praxis werden die Projections je nach Fragestellung, Patientensituation und Ausstattung gewählt. In Österreich und Deutschland gehört das Thorax‑Röntgen oft zur Standarddiagnostik bei Verdacht auf Pneumonie, Spontanpneumothorax, Herzerkrankungen und vielen weiteren Erkrankungen des Thorax.

Wichtige Terminologie

Bei der Beurteilung eines Thorax‑Röntgenbefundes begegnen Ihnen Begriffe wie Lungeninfiltrat, Atelektase, Pulmonalgefäße, Herzsilhouette, Mediastinum, Pleura und Zwerchfell. Das Herzvolumen und die Kontur geben Hinweise auf Herzerkrankungen, während Veränderungen in den Lungenfeldern auf Entzündungen, Ödeme, Tumoren oder Fibrose hindeuten können. Für Patientinnen und Patienten ist es hilfreich, zu wissen, dass eine gute Inspiration während der Aufnahme wesentlich zu einer besseren Abgrenzung der Lungenfelder beiträgt. Unvollständige Inspiration kann zu Artefakten führen und die Beurteilung erschweren.

Indikationen für das Thorax‑Röntgen: Wann ist der Einsatz sinnvoll?

Die Indikationen für das Thorax‑Röntgen sind vielfältig. In der Praxis wird das Thorax‑Röntgen häufig als Erstuntersuchung bei Brustschmerzen, Atemnot, Fieber mit Verdacht auf Pneumonie, Husten mit Auswurf oder Verdacht auf Lungenwürfe eingesetzt. Ebenso dienen sie der Verlaufskontrolle bei chronischen Erkrankungen wie COPD, interstitiellen Lungenerkrankungen, Lungenfibrose oder nach Operationen am Brustkorb. In Notfallsituationen liefert das Thorax‑Röntgen schnelle Informationen über lebensbedrohliche Befunde wie Pneumothorax, Pleuraerguss oder schwere Pneumonie.

Akute Atemwegserkrankungen

Bei plötzlich auftretender Atemnot oder hohem Fieber kann das Thorax‑Röntgen helfen, zwischen Infektion, Ödembildung oder Pleuraerguss zu unterscheiden. Eine Pneumonie zeigt sich typischerweise als lokale oder ausgedehnte Verdichtung in den Lungenfeldern. Ein Spontanpneumothorax kann sich als Spalt zwischen Pleura visuell darstellen. Das Bild liefert außerdem Hinweise auf Komplikationen wie Pleuraergüsse oder Luft zwischen Lungen- und Brustwand.

Prävention, Vorsorge & Verlaufskontrolle

Allgemeine Vorsorgeuntersuchungen enthalten oft kein Routine‑Thorax‑Röntgen, sondern fokussieren auf individuelle Risikofaktoren wie Rauchen, Luftbelastung, Vorerkrankungen oder familiäre Vorbelastung. Bei bekannten Erkrankungen dient die Bildgebung dem Monitoring des Krankheitsverlauf, der Anpassung von Therapien oder der Feststellung von Irritationen oder Verschlechterungen. Die regelmäßige Beurteilung von Lungenvolumen, Herzkontur und Pleura-Grenzen liefert wertvolle Hinweise auf Tendenzen und Reaktionsmuster der Erkrankung.

Ablauf, Vorbereitung und Durchführungsprozess beim Thorax‑Röntgen

Der Ablauf ist in der Regel schnell, gut organisiert und patientenorientiert. Eine gute Vorbereitung und Positionierung sind entscheidend, um scharfe Bilder zu 얻en. Die Strahlenbelastung ist gering, wird aber individuell minimiert, insbesondere bei Kindern, Schwangeren und wiederholten Untersuchungen. Moderne Geräte arbeiten digital oder in Verbindung mit digitalen Speichersystemen, was eine niedrigere Strahlendosis und eine bessere Bildqualität ermöglicht.

Vorbereitung der Patientin bzw. des Patienten

In den meisten Fällen sind vor dem Thorax‑Röntgen keine speziellen Vorbereitungen nötig. Patientinnen und Patienten sollten bequeme Kleidung tragen und Schmuck oder Metallteile im Brustbereich ablegen, um Artefakte zu vermeiden. Bei einer Schwangerschaft muss die Entscheidung für die Untersuchung mit dem behandelnden Arzt abgewägt werden, um das fetal risk‑benefit‑Verhältnis zu klären. Bei Kleinkindern oder Säuglingen unterstützen oft Begleitpersonen und spezielle Kindervorrichtungen eine ruhige, stabile Lage.

Bildgebungs- und Projectionsarten

Typische Projektionen beim Thorax‑Röntgen sind PA‑ oder AP‑Aufnahme sowie die seitliche Projektion. Die PA‑Aufnahme reduziert die Belastung des Schilddrüsenkörpers und zeigt die Herzgröße in einer physiologischen Relation besser als AP. In Notfällen oder bei eingeschränkter Atmungsfähigkeit wird auch eine AP‑Projection genutzt. Die seitliche Aufnahme ergänzt die zweidimensionale Darstellung durch Tiefeninformationen, die für eine präzise Einordnung von Verdichtungen oder Pleuraveränderungen hilfreich sind.

Strahlenbelastung und Sicherheit

Die Strahlendosis beim Thorax‑Röntgen ist typischerweise gering und liegt im Bereich von wenigen Tagen natürlicher Hintergrundstrahlung. Dennoch gilt Prinzip der niedrigsten ausreichenden Dosis. Schutzmaßnahmen umfassen ggf. Bleischürzen für nicht untersuchte Körperbereiche, besonders bei Minderjährigen oder Schwangeren. Klinische Gründe, Notwendigkeit und Nutzen der Untersuchung werden sorgfältig gegen das Strahlenrisiko abgewogen, insbesondere wenn wiederholte Aufnahmen geplant sind.

Projektionen, Befundarten und typischere Sichtweisen beim Thorax‑Röntgen

Ein gutes Befundbild erfordert korrekte Positionierung, ausreichende Inspiration und eine ruhige Bildaufnahme. Die wichtigsten Projektionen umfassen PA/AP und Seitengrat, mit zusätzlichen Blickwinkeln je nach Verdachtslage. In der Praxis bewertet der Radiologe die Kongruenz der Lungenfelder, das Herz‑Silhouette‑Verhältnis, die Lage der Zwerchfelle, die Pleura und eventuelle Begleitstrukturen wie Mediastinum.

PA‑ und AP‑Projektion

Die PA‑Projektion wird bevorzugt, um eine realistische Herzgröße sowie eine klare Abgrenzung der Lungenränder zu ermöglichen. AP‑Aufnahmen können in der Notfallmedizin oder im Untersuchungszimmer mit begrenztem Raum auftreten. In beiden Fällen sollten die Patienten tief einatmen, um die Lungenfelder prall auszudehnen und Mikrodeformationen zu minimieren. Unterschiede zwischen PA und AP betreffen vor allem die Beurteilbarkeit des Herzens und der Lungengefäße.

Seitliche Projektion

Die Seitenausführung hilft, hintere Strukturen, Zwerchfell‑Konkurrenz, Pleura‑Felder und Differentialdiagnosen bei indirekten Verdichtungen besser einzuschätzen. Häufige Befunde wie Atelektasen oder Pseudodiffraktionen hinter dem Herzen werden deutlicher sichtbar. Diese Lage ist besonders hilfreich bei Verdacht auf Ödeme, Rippenverletzungen oder Pleurabeteiligungen.

Weitere spezifische Ansichten

Je nach Fragestellung können zusätzlich spezielle Views wie Maxi-/Dorso‑ oder Osseous‑Views angeordnet werden. In speziellen Fällen, z. B. bei Verdacht auf Pneumothorax, kann eine Inkline‑ oder Eckprojektion sinnvoll sein. Ebenso können kontrastarme oder dynamische Bildgebungsverfahren in Erwägung gezogen werden, um den Befund zu klären. Das Ziel bleibt stets die bestmögliche Darstellung der relevanten Strukturen bei geringem Risiko.

Normale Befunde beim Thorax‑Röntgen

Ein normales Thorax‑Röntgen zeigt klare Lungenfelder ohne Verdichtung, normale Luftkante der Lungenuntergrenze, eine Herzsilhouette im Verhältnis zu Thoraxvolumen und eine unauffällige Pleura. Die Zwerchfellkuppeln erscheinen symmetrisch, minimale Lungengefäße im zentralen Bereich können sichtbar sein, insbesondere bei ausreichender Inspiration. Ein normaler Befund bedeutet nicht, dass keine Erkrankung vorliegt, aber akute, auffällige Veränderungen würden typischerweise sichtbar.

Lungenfelder, Zwerchfell und Herzsilhouette

Die Lungenfelder sollten frei von großen Verdichtungen oder Flächeninfiltrationen sein. Das Zwerchfell sollte eine glatte, tiefe Kontur zeigen, ohne Freie Luft unter dem Zwerchfell (Pneumothorax). Die Herzsilhouette sollte eine proportionale Größe haben, und das Mediastinum sollte gut konturiert erscheinen. Abweichungen in diesen Beurteilungspunkten können auf verschiedene Pathologien hindeuten, weshalb sie bei der Befunderstellung eine zentrale Rolle spielen.

Typische Befunde und Differentialdiagnosen beim Thorax‑Röntgen

Die Thorax‑Röntgen-Befunde reichen von normalen Befunden bis hin zu komplexen Mustern, die weitere Abklärung erfordern. Grundlegende Kategorien umfassen Infektionen, Pneumonien, Ödeme, Fibrose, Tumoren, Narben und Verletzungen. Die Einordnung erfolgt anhand der Lage, Form, Density, Begleitbefunde und der klinischen Symptomatik. Ein Röntgenbild allein kann manchmal nicht alle Details liefern, deshalb folgen ggf. weitere Bildgebungen oder Laboruntersuchungen.

Infektiöse Prozesse

Infektionen der Lunge, einschließlich Pneumonien und Bronchitis, zeigen sich auf dem Thorax‑Röntgen oft als fokale oder multilokale Verdichtungen, manchmal in Verbindung mit Pleuraergüssen. Die Verteilung kann lobär oder multilokul sein. Virale Atemwegsinfektionen können diffusere Muster liefern. Zur Bestätigung oder Ausschluss einer bakteriellen Ursache kann zusätzlich eine klinische Einordnung, Laborwerte und ggf. eine weiterführende Bildgebung sinnvoll sein.

Herzerkrankungen und Lungenstauung

Eine vergrößerte Herzsilhouette kann auf Rechts- oder Linksherzversagen, Hypertrophie oder andere kardiale Belastungszustände hinweisen. Lungenstauung zeigt sich oft als perihiläre oder basale Verdichtungen mit vermehrter Gefäßzeichnung. Die Unterscheidung von Stauung vs. Infektion ist klinisch relevant und kann durch Anamnese, Blutwerte und ggf. weitere bildgebende Verfahren unterstützt werden.

Tumoren und Narben

Strukturen wie Tumoren können als Raumforderungen auftreten, oft mit Randabdunklungen, unscharfen Konturen oder Verkalkungen. Narbengewebe hinterlässt häufig dichtes, amberndes Muster, das im Verlauf stabil bleiben kann. Bei Verdacht auf Neoplasie erfolgen zusätzliche Untersuchungen wie CT oder MR, um das Ausmaß, die Lokalisation und die Invasivität genauer zu bestimmen.

Was bedeuten Artefakte und typische Beurteilungsfehler?

Artefakte entstehen durch Bewegungen, unvollständige Inspiration, Kleidung, Schmuck, Tuben oder externe Objekte. Sie können zu unscharfen Konturen, Überlagerungen oder Verfälschungen der Lungenränder führen. Eine korrekte Positionierung, klare In‑ und Exspiration, sowie Wiederholungsaufnahmen bei ungenügender Bildqualität helfen, Artefakte zu minimieren. In der Praxis ist es oft sinnvoll, bei unklaren Befunden eine erneute Aufnahme zu veranlassen, um Sicherheit zu gewinnen.

Positionierungsfehler

Falsche Patientennische, abgeknickte Arme oder eine zu geringe Inspiration können zu überlappenden Strukturen oder falsch dargestellten Herzdimensionen führen. Radiologen prüfen solche Punkte sorgfältig, um Fehldiagnosen zu vermeiden. Der Patient erhält häufig klare Anweisungen, wie er atmen soll und wie er sitzen oder stehen muss, bevor die Aufnahme erfolgt.

Überlagerungen und Bildqualität

Überlagerungen durch Kleidung, Accessoires oder Implantate können die Sicht auf die Lungenfelder beeinträchtigen. Objekte wie Skelettanteile oder medikamentöse Implantate können das Bild stören. Moderne Systeme helfen, diese Artefakte zu reduzieren, und helfen dem Radiologen, die relevanten Strukturen sauber zu beurteilen.

Thorax‑Röntgen vs. Computertomographie (CT): Wann ist welches Verfahren sinnvoll?

Das Thorax‑Röntgen liefert schnelle, kostengünstige Ersteinsichten und ist häufig ausreichend, um die meisten pathologischen Zustände grob zu beurteilen. Die Computertomographie (CT) bietet hingegen eine dreidimensionale, hochauflösende Darstellung der Lunge, des Mediastinums und der Pleura. CT wird eingesetzt, wenn grobe Befunde unklar sind, wenn präzisere Lokalisation, Ausdehnung oder Monitoring nötig sind oder bei Verdacht auf krankheitsrelevante Komplikationen. Neben der besseren Detailauflösung geht mit der CT eine höhere Strahlenbelastung einher. Die Entscheidung hängt vom klinischen Verdacht, von der Dringlichkeit und von Verfügbarkeit ab.

Wann ist CT sinnvoll?

CT ist sinnvoll bei Verdacht auf Tumoren, mikroskopisch kleine Läsionen, komplizierte Pneumonien, Lungenembolie- oder Pneumothorax‑Fragen, sowie bei unklaren Befunden im Thorax‑Röntgen. In manchen Fällen dient die CT auch der Beurteilung nach operativen Eingriffen oder bei Verdacht auf Gefäßveränderungen. Die Bildqualität der CT ermöglicht eine differenzierte Beurteilung von Gewebe, Gefäßen und Luftwegen, was mit dem einfachen Thorax‑Röntgen allein nicht möglich wäre.

Kosten, Strahlung, Verfügbarkeit

CT-Verfahren sind teurer und strahlenintensiver als das Thorax‑Röntgen. Die Verfügbarkeit variiert je nach Region und Einrichtung. Für viele Fragen reicht das Thorax‑Röntgen als erster Schritt aus. In der Regel wird der Befund nach einem Röntgenbild durch den behandelnden Arzt zusammen mit dem Radiologen interpretiert und, falls nötig, eine CT‑Untersuchung zur weiteren Abklärung veranlasst.

Spezielle Patientengruppen: Kinder und Schwangere

Bei Kindern gelten besondere Anforderungen an Strahlenschutz und Bildqualität. Kinder sind sensibler gegenüber Strahlung, daher werden Dosisoptimierung, kindgerechte Aufklärung und gegebenenfalls alternative bildgebende Verfahren stärker berücksichtigt. In der Schwangerschaft ist der Nutzen einer Thorax‑Röntgenuntersuchung abzuwägen, um das fetale Risiko zu minimieren. Oft wird bei Schwangeren die Bildgebung mit der Minimaldosis durchgeführt, und der Arzt wägt die Notwendigkeit gegen das potenzielle Risiko ab.

Kinder: Anatomie, Strahlenempfindlichkeit

Bei Kindern ist die Atemkapazität geringer, wodurch die Insufflation der Lungen oft anders ausfällt. Zudem sind kindliche Strukturen im Verhältnis kleiner, sodass Artefakte durch Bewegung häufiger auftreten. Spezielle Kindersysteme, beruhigende Begleitung, kindgerechte Erklärungen und eine kurze Untersuchungsdauer helfen, belastende Situationen zu minimieren. Die Dosis wird so niedrig wie möglich gehalten, unter Einhaltung der diagnostischen Notwendigkeit.

Schwangerschaft und Röntgenuntersuchung

Aus Gründen des kindlichen Strahlenrisikos wird das Thorax‑Röntgen in der Schwangerschaft nur bei zwingender medizinischer Notwendigkeit durchgeführt. Falls möglich, werden Schutzmaßnahmen angewendet, um den Bauchbereich zu schonen, und andere Verfahren, die keine Strahlung verwenden, werden bevorzugt. Bei Notfällen erfolgt die Entscheidung rasch im Zusammenspiel zwischen Patientin, Gynäkologie und Radiologie.

Wie lese ich einen Befund beim Thorax‑Röntgen? Tipps zur Selbstinterpretation

Als Patientin oder Patient ist es verständlich, selbst mitzufragen, aber die endgültige Diagnosestellung erfolgt durch den Radiologen. Ein gut unterstützendes Selbstverständnis: Das Thorax‑Röntgen identifiziert grobe Strukturen, Verdichtungen, Flüssen, Durchbrüche und Abweichungen vom Normalzustand. Typische Hinweise auf infektiöse Prozesse, Ödeme, Tumoren oder Narben werden vom Radiologen im Befund beschrieben. Der behandelnde Arzt erklärt anschließend, welche Bedeutung diese Befunde für die Behandlung haben, welche Therapien notwendig sind und ob weitere Untersuchungen erforderlich sind.

Was der Radiologe prüft

Der Radiologe prüft Herzgröße, Lungenfelder, Pleura, Zwerchfell, Mediastinum, Gefäßzeichnung und mögliche Flüssigkeitsansammlungen. Dabei werden Veränderungen in Form, Größe, Dichte und Verteilung dokumentiert. Hinweise für Verdacht auf Infektion, Entzündung, Tumor oder Ödem werden systematisch beschrieben. Einzelne Befunde können sich gegenseitig beeinflussen, weshalb oft eine Kombination aus Befundpunkten eine zuverlässige Einschätzung liefert.

Wann sollten Sie einen Arzt konsultieren?

Bei plötzlicher Atemnot, starken Brustschmerzen, Fieber über längeren Zeitraum, anhaltender Husten oder dem Verdacht auf eine Lungenentzündung ist eine zeitnahe ärztliche Abklärung sinnvoll. Ein auffälliger Befund auf dem Thorax‑Röntgen kann rasche Maßnahmen erfordern, insbesondere bei Verdacht auf Spontanpneumothorax, schwere Pneumonie oder Lungenembolie. Kontaktieren Sie umgehend den Notruf oder Ihre behandelnde Ärztin bzw. Ihren Arzt, wenn solche Symptome auftreten.

Praktische Tipps für Patientinnen und Patienten rund um das Thorax‑Röntgen

Vorbereitung: Tragen Sie bequeme Kleidung, vermeiden Sie Metall im Brustbereich, und folgen Sie den Anweisungen des Radiologiepersonals bezüglich Atmung und Haltung. Nach der Aufnahme erhalten Sie den Befund in der Regel innerhalb kurzer Zeit durch den behandelnden Arzt. Falls Sie eine Folgeuntersuchung planen, klären Sie, ob eine Dosisreduzierung möglich ist oder ob alternative Bildgebungsverfahren sinnvoll sind.

Fragen an den Arzt vor der Aufnahme

Beispiele: Muss ich mich ausziehen oder speziellen Kleidungsstücke ablegen? Welche Projections werden genutzt? Welche Informationen aus dem Befund sind besonders wichtig für meine Behandlung? Wie lange dauert die Auswertung und das Gespräch über den Befund? Welche Alternativen gibt es, falls ich Bedenken wegen der Strahlung habe?

Nach dem Termin: Was bedeutet das Ergebnis für Ihre Behandlung?

Der Befund gibt die Richtung der weiteren Diagnostik vor. Oft folgt eine Verlaufskontrolle oder eine ergänzende Bildgebung (z. B. CT) bei unklaren Befunden. In vielen Fällen ist das Thorax‑Röntgen Teil eines umfassenden Behandlungskonzepts, das je nach Erkrankung medikamentöse Therapien, Physiotherapie, Atemübungen oder operative Ansätze umfassen kann. Ihr behandelnder Arzt erklärt, welche Schritte als nächstes sinnvoll sind und wie Sie Ihre Beschwerden am besten managen können.

Fazit: Thorax‑Röntgen als Eckpfeiler der Lungen- und Herzerkrankungsdiagnostik

Das Thorax‑Röntgen ist eine unverzichtbare, schnelle und kosteneffiziente Bildgebungstechnik, die enorme diagnostische Bandbreite bietet. Von Infektionen über Herz‑Kreislauf‑Verstimmungen bis hin zu chronischen Lungenerkrankungen liefert das Thorax‑Röntgen wertvolle Hinweise, die die weiteren Schritte maßgeblich prägen. Dabei bleibt die Kompetenz des Radiologen in der Bildinterpretation, die Qualität der Aufnahmen und die klinische Einordnung durch den behandelnden Arzt entscheidend. Das Thorax‑Röntgen wird auch in Zukunft eine zentrale Rolle in der Gesundheitsversorgung spielen, insbesondere in Notfällen, in der Verlaufskontrolle und als erster, zuverlässiger Baustein der Bildgebung.

Zusammenfassend: Kernpunkte zum Thorax‑Röntgen

  • Thorax‑Röntgen liefert schnelle, belastbare Informationen über Lungen, Herz und Thoraxstrukturen.
  • Wichtige Projektionen: PA/AP und seitliche Aufnahmen; je nach Situation weitere Ansichten.
  • Normale Befunde beinhalten klare Lungenfelder und physiologisch erscheinende Herzsilhouette.
  • Typische Befunde umfassen Infektionen, Ödeme, Narben, Tumoren oder Pleuraveränderungen.
  • Artefakte und Positionierungsfehler können die Beurteilung erschweren; Wiederholungen sind häufig sinnvoll.
  • CT bietet im Nachgang eine detailliertere Sicht, ist aber strahlenintensiver und teurer.
  • Besondere Beachtung bei Kindern und Schwangeren: Dose minimieren, alternative Verfahren prüfen.
  • Für Patientinnen und Patienten: Offene Kommunikation, klare Fragen, Orientierung in der Befundlage.

Mit diesem umfassenden Überblick haben Sie nun eine solide Grundlage, um das Thorax‑Röntgen besser zu verstehen. Ob als Ersteinschätzung bei akuten Beschwerden oder alsMonitoring bei bekannten Erkrankungen – die Brustkorbaufnahme bleibt ein zentraler Baustein moderner medizinischer Bildgebung in Österreich, Deutschland und darüber hinaus. Wenn Sie weitere Fragen zur Durchführung, zu typischen Befunden oder zu den nächsten Schritten in Ihrer individuellen Situation haben, wenden Sie sich bitte an Ihre behandelnde Ärztin bzw. Ihren behandelnden Arzt oder direkt an das Radiologiezentrum Ihres Vertrauens.